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Das Instrument "Tele-o-Log"1

"... Alles hat funktioniert, und das Ergebnis sind zahlreiche Anfragen von Bürgern, die einen solchen Tele-o-Log alsbald gern wieder im Internet sehen würden"
Prof. Kurt Biedenkopf, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, März 1997

Das Tele-o-Log-Projekt verdankt seine Entstehung einem Zufall: Der sächsische Ministerpräsident Professor Kurt Biedenkopf hatte Anfang des Jahres 1997 die Idee, sein umstrittenes Rentenreform-Modell einer "Bürgerrente" öffentlich vorzustellen und zu diskutieren. Biedenkopf entschied, dafür das World Wide Web im Internet zu nutzen und beauftragte eine private unabhängige Agentur für Bürgerdienste, das Medienbüro Leipzig, mit der Realisierung der Diskussionsplattform. Es entstand der Prototyp des Telekonferenz-Systems Tele-o-Log2.

Wir, die Autoren dieser Studie, gehören zum interdisziplinären Tele-o-Log-Entwicklerteam, das sich aus Technikern, Journalisten, Studenten, Künstlern und Beamten zusammensetzt. Unsere Absicht war, ein Demokratie-Produkt für das Internet und andere Online-Medien zu kreieren. Das heißt, mit Hilfe von IuK-Technologien sollen demokratische Prozesse, demokratische Meinungsbildung unterstützt, der politische Prozeß und auch Verwaltungsentscheidungen transparenter gestaltet werden. Interessierte Bürger sollen hier Informationen finden und mit Entscheidungsträgern in Kontakt treten können. Das System Tele-o-Log kann außerdem ein Hilfsmittel zur Entwicklung politischer Strategien sein, der Informationssammlung und -verdichtung dienen. Einige Gedanken zu Fragestellungen, die zur Entwicklung politischer Strategien führen und die Tele-o-Log beantworten hilft: Wie erkennt man frühzeitig ein gesellschaftliches Problem? Wie wurden solche Probleme bisher gelöst? Welche Informationen fehlen, was wurde bei Gesetzesvorhaben eventuell vergessen? Wie sehen professionelle Gutachter, wie sehen normale Bürger das Problem? Allerdings fehlt es bei Mitarbeitern des Öffentlichen Dienstes häufig noch am Know how für eine professionelle und aktive Vermarktung von DV-gestützten Bürgerdiensten. Das Unverständnis, das Tele-o-Log wie anderen Online-Bürgerdiensten auch in Teilen der Beamtenschaft entgegengebracht wird, resultiert unter anderem aus Unwissenheit über "Internet" und "Online-Medien" - vielen Beamten sind diese Medien einfach fremd. Doch dies ändert sich zusehends3.

Welche Möglichkeiten das Internet für Bürgerinformation bietet, und daß im Auftrag des Bürgers arbeiten heißt, auch transparent für den Bürger zu sein, ist bisher in so manche Verwaltungs-Stube nicht vorgedrungen. Die "Münchner Erklärung", anläßlich der Konferenz "Internet & Politik" der "Akademie zum Dritten Jahrtausend" im Februar 1997 veröffenlicht, fordert: "Parlamente, öffentliche Verwaltungen und Judikative müssen, um ihre Informationspflicht gegenüber den Bürgern zeitgemäß zu erfüllen, verstärkt und umfassend die Möglichkeiten der neuen Kommunikationsmedien einsetzen und sich untereinander vernetzen"4. Eine Chance des Internet sieht Politikwissenschaftler Claus Leggewie darin "Gesetzgebungs- und Genehmigungsverfahren transparenter zu gestalten und, wie es in der vor allem von Al Gore betriebenen Verwaltungsreform plakativ heißt: ‘die Regierung neuzuerfinden’"5.

Zur Zeit sieht es jedoch noch nicht danach aus: Ein negative Formulierung ist inzwischen fester Bestandteil der deutschen Sprache: "Die da oben machen eh was sie wollen". Bei denen "da oben" sind oft Politiker gemeint, geärgert hat sich der Bürger aber andere Dinge, die im persönlichen Umfeld liegen - oft über die Verwaltung.

Das Interesse am Dialog mit Politikern müßte angesichts der aktuellen Probleme (Schlagwort "Reformstau") groß sein. Die Praxis zeigt jedoch ein anderes Bild. Politik erscheint dem Bürger intransparent und unattraktiv. Zum einen, weil es zwischen Bürgern und Politikern kaum direkten Kontakt gibt: Massenmedien filtern die Realität und es fehlt ein "Rückkanal" für die Bürger. Was der Bürger erlebt, ist seine tägliche "Behördenrealität", die er dann mit "Politik" gleichsetzt. Unter "mehr Demokratie" wird demzufolge zunächst weniger Bürokratie ("Teleadministration") verstanden, und erst danach geht es um die (häufig unbequeme) Teilnahme an Entscheidungsfindung ("Teledemokratie").

Zum anderen, weil eine Seite der jeweils anderen unterstellt, nichts über sie zu wissen - die Politiker wissen angeblich nichts von "Frau oder Mann auf der Straße" und umgekehrt. Wie ein Hilferuf wirkt da der Titel einer Broschüre des Deutschen Bundestages: "Bürger, helft Euren Abgeordneten!". Daß die Besucher des Bundestags-Internet-Angebotes zumindest nach ihren Volksvertretern suchen, enthüllt die Statistik: Zu den häufigsten Anwendungen zählt die Suche nach Informationen über die gewählten Parlamentarier.

Das Internet ist seit jeher auch ein politischer Ort: Interessengruppen sammeln sich dort - zuallererst solche, die sonst kein Gehör finden würden. Aber auch die etablierten großen Parteien versuchen inzwischen, auf diesem Weg wieder an ihre Wähler heranzukommen. Meist erst einmal mit mehr oder weniger fundierter Information - Interaktion spielt eine Nebenrolle. Bei Tele-o-Log dagegen steht der nachvollziehbare Dialog im Mittelpunkt: Bürger und Politiker können miteinander streiten - und die Protokolle des Diskurses lassen sich auch später noch abrufen und mit der Realität vergleichen.

In diesem Kapitel geben wir einen Einblick in die Projektgeschichte, Hintergründe und Erfahrungen mit Tele-o-Log. Es fließen auch Überlegungen zur Fortsetzung des Projektes ein.

Projektentstehung und Strategie

"So ein Forum wie es Sachsen einrichten will, ist ja einesteils ganz schön, aber wenn man die Altersstruktur der Internet-Nutzer berücksichtigt, fürchte ich, daß die "Stimme des Volkes" nur sehr partiell zur Geltung kommt. In 10 Jahren wird das sicher anders aussehen. Insofern kann man das als zukunftsorientierten Versuch werten, mit dem man Erfahrungen sammeln kann."
Dr. Hans-Joachim Grobe, Ex-Chefredakteur des Diebold Management-Reports, 1997

Das Internet-Kommunikationssystem "Tele-o-Log" wurde als politisch und wirtschaftlich neutrale Plattform für Online-Konferenzen konzipiert. Es ist als Experimentalsystem im Internet unter der Adresse http://netzforum.de erreichbar. Eine möglichst große Anzahl von Internetnutzern soll erreicht werden, deshalb sind Tele-o-Log-Konferenzen textorientiert. Gründe: Im anderen Fall könnten lediglich Besucher mit hohen Bandbreiten sowie teurer PC-Hard- und Software im Audio- und Videobereich an den Konferenzen teilnehmen, außerdem müßte mit hohen Telefonkosten gerechnet werden. Textnachrichten bilden zur Zeit den kleinsten, gemeinsamen Nenner aller vorhandenen Internet-Endgeräte im Markt, auch schließen sie zum Beispiel Blinde vom öffentlichen Dialog nicht aus.

Die Kommunikation im System, das zum Beispiel Expertenfragestunden und Online-Tagungen ermöglicht, unterscheidet sich von klassischen "Internet Chat" (dt. Geschwätz): Tele-o-Log-Konferenzen werden moderiert und von einer Redaktion vorbereitet. Auch die teilnehmenden Politiker oder Experten sind angehalten, das Publikum schon im Vorfeld über ihre Person und ihre Meinung zum Thema zu informieren. An Konferenzen können beliebig viele Experten oder Politiker, deren Referenten oder Ghostwriter, außerdem Redakteure und gegebenenfalls Dolmetscher teilnehmen. Intern können sie über einen "Flüster-Chatkanal" kommunizieren, der für die Besucher nicht erreichbar ist. Denn die Konferenzteilnehmer lassen sich über das Internet zuschalten, sie müssen sich nicht an einem zentralen Ort versammeln, um der Konferenz beizuwohnen. Alle Beteiligten und Besucher benötigen lediglich einen Internetzugang sowie Standard-Internet-Software wie Netscape Navigator oder Microsoft Internet Explorer, um aktiv zu werden. Zum zweiten eignet sich das System auch für den Einsatz in Intranets, beispielsweise für Firmen-Konferenzen.

Die fortschreitende Technologie - das Verschmelzen von Fernsehen und Internet - könnte nach unserer Ansicht auch eine Chance für breiten Einsatz von Teledemokratiesystemen sein. Denkbar ist ein Parlaments-TV-Kanal in Verbindung mit Tele-o-Log im Internet.

Vorüberlegungen zur "Akzeptanz"
Wichtiger noch als alle technischen, organisatorischen, finanziellen Voraussetzungen erscheint uns der Faktor "Akzeptanz aller Beteiligten". Nach den Erfahrungen mit vier Testkonferenzen erfüllt Tele-o-Log nach unserer Ansicht alle Grundvoraussetzungen für längerfristigen wirtschaftlichen und politischen Einsatz. Es ist ein ... :

  • politisch neutrales, wirtschaftlich unabhängiges System;

  • Experimentalsystem mit dem Charakter eines "Teledemokratie-Labors";
  • plattformunabhängiges "easy-to-use"-System mit senioren-leichter Bedienung;
  • offenes, journalistisch, technisch, ökonomisch und wissenschaftlich betreutes Telearbeitsprojekt;
  • Medium mit einer technischen Reichweite von etwa 90 Prozent;6

Tele-o-Log wurde und wird im flexiblen "Prototyping-Verfahren" entwickelt und als "Full Service Management System" vermarktet. Es ist zur Zeit noch nicht geplant, das komplexe System mit Maschinen-, Netzwerk-, Dokumenten- und Teilnehmer-Management als Produkt an Dritte zu veräußern. Tele-o-Log ist ein eingerichtetes "Internet Labor", um politische Dienste für die Zukunft zu erproben. Bedingung: Jede Konferenz, Debatte, Diskussion, Public Hearing findet real und nicht nur zu Testzwecken statt, die Ergebnisse sollten brauchbar sein - ob für politische Entscheidungen, Trendanalysen oder zur Marketingunterstützung.


Warum haben wir uns für das World Wide Web im Internet entschieden?
Die meisten Bürger verbinden mit dem Begriff "Internet" automatisch das "World Wide Web" (WWW oder Web), die multimediale Oberfläche verschiedener standardisierter, technischer Internet-Dienste. Das WWW ist ein "öffentlicher Raum", der kleinste gemeinsame Nenner aller Online-Systeme wie AOL, T-Online oder CompuServe und von diesen aus besuchbar.

Das WWW ist einfach zu bedienen, populär und heute an jedem Platz der Welt verfügbar: per Telefon- oder ISDN-Netz, Mobilfunk, Kabel-TV, Satellit; aus jedem Reisemittel, zum Beispiel mit "Mercedes WebCar", vom Schiff oder mittels Datenfunk aus dem Flugzeug. Der Internet-Zugang entwickelt sich zum Standard bei PCs; der Dienst wird so selbstverständlich wie ein eingebautes CD-ROM-Laufwerk. Im nächsten Jahrtausend werden alle Schulen in Deutschland mit Internet-Zugängen ausgestattet sein, das Netz spielt im Unterricht und der Freizeit der Schüler schon heute eine große Rolle. In einer VDE-Studie von 1996 heißt es: 21 Prozent der deutschen Abiturienten verfügen über ein Modem, neun Prozent nutzen das Internet. Und diese Zahlen steigen stetig. Optimistern spekulieren sogar mit 120 Millionen Internet-Nutzern weltweit bereits 1998.

Eine ähnliche Entwicklung, wie hier im Mobilfunkmarkt zu beobachten ("Das Handy zum Konto"), findet in den U.S.A. bereits im Online-Bereich statt: Internet-Zugang als "Give away". Fast alle Internet-Neulinge, ob Privat- oder Firmenkunden, erhalten beim Start eine kostenlose Zugangssoftware, einen WWW-Browser, ein Programm, das die "Sprache der Web-Server" versteht und umgekehrt. Tele-o-Log wurde so entwickelt, daß selbst ältere Versionen dieser Browser sowie die "Text-Browser" von Sehbinderten für den Gebrauch ausreichen. Interessante Anwendungsgebiete liegen außerdem auf dem Gebiet der "Gateways", der Kopplung einzelner Dienste, zum Beispiel WWW und E-Mail. Für das web-basierte (massenkommunikative) Konferenzsystem Tele-o-Log ist deshalb eine E-Mail-Schnittstelle (Individualkommunikation) geplant.

Junges Medium für Erwachsene
Tele-o-Log ist nicht als "neues Medium für junge Leute" angelegt, sondern für den typischen Internet-Nutzer konzipiert. Und der wird immer älter: Nach der Leseranalyse Computerpresse7 sind nur noch 39 Prozent der Nutzer jünger als 30 Jahre, gegenüber 49 Prozent zwischen 30 und 49 Jahren. 45 Prozent der Interessenten in dieser Altersgruppe planen in den kommenden 12 Monaten (1998), ins Internet einzusteigen. Die Hauptzielgruppe von Tele-o-Log liegt bei den 30- bis 59jährigen, nutzbar ist das System auch für jüngere und ältere ("8 bis 80").

Neue Arbeitsplätze durch Teledemokratie?
Tele-o-Log und andere Teledemokratie-Systemen bieten vor allem Möglichkeiten zu Teilzeit- Beschäftigung: Für die Online-Veranstaltungen werden Rechercheure, Redakteure und Moderatoren benötigt. Nach unseren Schätzungen könnten zwei feste dauerhafte Stellen entstehen, zum Beispiel für Telematik-Assistenten: Eine im administrativen, eine im technischen Bereich. Mit entsprechender Organisation, Finanzierung und aktiver Vermarktung eines Produktes im Wirtschaftssektor sind auch bis zu zehn feste Arbeitsplätze denkbar.

Schneller Dialog ohne Floskeln
Politischer Dialog ohne Floskeln: Tele-o-Log bietet Bürgern die Möglichkeit, anonym teilzunehmen und überbrückt damit psychologische Hemmschwellen. Im elektronischen Nachrichtenverkehr verzichten Nutzer erfahrungsgemäß auf Formalien, Anrede oder lange Verabschiedungstexte fallen weg. Das hilft, Barrieren zwischen Bürgern und Politik zu überwinden. Ein Beispiel: Der sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf duzte während einer Tele-o-Log-Konferenz die Besucher, die nur ihren Vornamen angaben.

Politik, die Spaß macht
Ein Feld, das bisher in der Politik eher stiefmütterlich behandelt wurde, auch aus Angst vor "Verflachung" politischer Dialog, ist "Politainment" - die Vermischung aus Unterhaltung und Politik. Doch nach ersten Erfahrungen in Tele-o-Log-Konferenzen (TED-Einbau, die Möglichkeit, Buh-Rufe oder "lachend" Kommentare abzugeben) zeigt sich, daß Spielereien gern angenommen werden - ohne negativ auf die Diskussion zu wirken. Unserer Meinung nach sind Politainment-Elemente eine gute Möglichkeit, Besucher anzuziehen und dann auch in den ernsthaften politischen Dialog zu führen, die sonst nicht zu erreichen wären. Es gibt Überlegungen, echte Online-Spiele in das System zu integrieren, um anstrengende Debatten aufzulockern, die Teilnehmer und auch die Besucher zu unterhalten und zu animieren8. Bisher wurden diese Ansätze aus Kostengründen nicht realisiert.

Reale Events als Höhepunkt
Keine Tele-o-Log-Konferenz ohne Höhepunkt in der "realen Welt". Nach diesem Motto wurden alle bisherigen Konferenzen veranstaltet. Viele der Online-Events im WWW finden nur im Internet statt. Doch bei rein virtuellen Tagungen, vor allem Langzeit-Konferenzen, kann es zu Kommunikationsproblemen oder Interessenschwund kommen, wenn sich die Hauptbeteiligten niemals persönlich kennenlernen oder es keine Höhepunkte gibt. Zwar schwärmt mancher Verfechter von Online- oder Video-Konferenzen von den immensen Reisekosteneinsparungen, doch die Realität zeigte bereits in den 80er Jahren, daß die pauschale Euphorie falsch war. Außerdem sind reale Events gut geeignet, die Aufmerksamkeit des breiten Publikums auf eine solche Online-Veranstaltung zu ziehen und das Anliegen massenwirksam darzustellen.

Tele-o-Log. Nicht nur Politik-Instrument
Eine themenorientierte Tele-o-Log-Konferenz eignet sich für: Bürgerinformations- und Wahlsystem für Online-Demokratie, z.B. zur Vorbereitung von Wahlen; Kongreß- und Messeveranstalter - für begleitende Maßnahmen, insbesondere zur Vor- und Nachbereitung, Dokumentation, Zuschaltung von Experten; Aus- und Weiterbildung - für Bildung am Arbeitsplatz oder im Home Office ("Education at Work") mit "Web Tracking" zur Lernkontrolle; Marketing & PR - als "Online Sender" für Unternehmen, Regierungsbehörden und Parteien; Presse, Rundfunk, Online-Medien - als sendebegleitender Internet Channel (wie Videotext mit Feedback); Unternehmensvertrieb & Technischen Support - für Telearbeiter und Außendienstler, die ohne Notebook/Laptop reisen möchten.

Kommunikationsmodelle
Mit Tele-o-Log lassen sich verschiedene Kommunikationsmodelle, die auch von traditionellen Medien her bekannt sind, durchführen beziehungswiese simulieren. Einige Beispiele:
Pro- und Contra-Gespräche; Parlaments- und Ausschußdebatten; Podiumsdiskussionen; Vorlesungen; Talkshows.


Leistungsbeschreibung

Konferenzprotokoll

Das öffentliche Protokoll wird während einer laufenden Konferenz alle 30 bis 45 Sekunden automatisch aktualisiert, so daß ein Besucher die Debatte auch ohne persönliche Aktivitäten verfolgen kann. Besonders sinnvoll ist diese Aktualisierung (= automatisches Weiterblättern) bei Präsentationen, Schulungen, am Arbeitsplatz im Hintergrund.

Tele-o-Log-Konferenzen bestehen aus einem öffentlichkeitswirksamen Live-Element und einer zeitversetzten Debatte über Stunden, Tage oder sogar Wochen und Monate. Hintergrund ist der Arbeitsalltag der Entscheidungsträger, in dem lediglich kleinere Zeitfenster von eins bis maximal drei Stunden am Tag für Live-Interaktion in der Konferenz geöffnet werden können. Zeitversetzte Konferenzen ermöglichen es den Besuchern, ihre Fragen zu hinterlassen, auch wenn die Experten oder Politiker auf dem "Podium" gerade nicht anwesend sind. Diese können antworten, wenn ihre Zeit es erlaubt. Die zeitversetzten Debatten können auch von weiblichen/männlichen Referenten begleitet werden, die Besucher-Fragen ausdrucken oder den Podiums-Gästen vorlesen und anschließend die Antworten mittels Web-Formular online eingeben.
Außerdem ist angedacht, auch Abstimmungen per E-Mail mit digitaler Signatur in das System einzubeziehen, um Tele-o-Log für demokratische Anwendungen noch praktikabler zu machen.

Das Ergebnis jeder moderierten Tele-o-Log-Konferenz oder -Debatte ist zur Zeit ein Protokolldokument, das mit weiteren Informationen (zum Beispiel der Redaktion) in einem öffentlichen Online-Dauerarchiv abgelegt und jederzeit abrufbar ist.


Auszug aus einem Konferenzprotokoll

Trennung in Ressourcen und Debatte
Jede Tele-o-Log-Konferenz ist themenorientiert, Beispiel: "Bürgerrente - vom Arbeitnehmer- zum Bürgerrentenmodell". Grundvoraussetzung bei diesem Teledemokratie-Modell ist die Vorlage eines Dokumentes, mit dem sich die anschließende Konferenz auseinandersetzen soll und das von allen Bürgern vor der Debatte einsehbar ist. Das kann ein Gesetzesentwurf oder Reformmodell, eine These, eine Meinung zu einem aktuellen Problem sein. Diese Dokumente werden gemeinsam mit den Lebensläufen und digitalen Porträtfotos der Podiumsteilnehmer sowie auch den persönlichen Daten der anwesenden Moderatoren, Redakteure oder Dolmetscher vor Start der Kommunikation im System vorgehalten, so daß sich Bürger vorab in Ruhe informieren können. Nach unseren Erfahrungen möchten die Bürger wissen, mit wem sie es bei der Konferenz zu tun haben - sowohl auf dem Podium, als auch bei Moderation, Redaktion und so weiter.

Ein System-Administrator speist diese Daten ein und gibt den "virtuellen Konferenzraum" frei. Je nach Ausrichtung wird eine Redaktion eingeschaltet, die passende Ressourcen zum Thema recherchiert und vor Beginn der Konferenz online zur Verfügung stellt. Dazu zählen: Grundlegende Informationen, zum Beispiel Begriffsdefinitionen, sowie Quellenangaben im Internet, zum Beispiel zu Gesetzestexten, Studien, Produktkatalogen, verschiedene Standpunkte zum Thema etc. Diese Informations-Ressourcen sind in einem separaten Bereich - getrennt von der Kommunikation - abrufbar.


Wie der Bürger Tele-o-Log-Konferenzen sieht ...

Alle Konferenz-Teilnehmer müssen sich mit einer ID und einem Kennwort anmelden. Für die Besucher ist dies nicht nötig: Sie können den Konferenzraum sofort betreten und müssen sich nicht identifizieren. Auch Fragesteller können anonym bleiben: Die Bürger müssen lediglich einen Namen und einen Textbeitrag eingeben, Angaben wie Alter, Beruf und Herkunft (Stadt/Land) sind optional. Die Benutzerschnittstellen des Systems sind leicht bedienbar.


Bürgerfrage oder -kommentar senden

Arbeitsweise und Nachrichtenvermittlungssystem in Tele-o-Log
Jede Konferenz wird durch einen Moderator eröffnet, erst dann können Besucher Fragen an die Politiker und Experten stellen, die bei Bedarf Fachexperten als "Ghostwriter" hinzuschalten. In diesem Fall verlaufen die Informationen wie folgt: Erhält ein Politiker eine Fachfrage, kann er diese an einen Referenten zur Bearbeitung direkt weiterleiten, bei Bedarf mit einer internen Notiz versehen. Diese Form der Bürokommunikation ist vertraut. Der Referent sendet seine Antwort an den Podiumsteilnehmer zurück, der vor Veröffentlichung eigene Bemerkungen anfügen kann. Die Bürger haben die Möglichkeit, die neutrale Tele-o-Log-Redaktion als "Informaionsbeschaffer" einzusetzen (wenn der Konferenzveranstalter eine redaktionelle Betreuung vorsieht). Denn die Redaktion recherchiert Anfragen der Besucher, die sich zum Beispiel aus dem Verlauf der Konferenz ergeben können. Diese "Rechercheure", die der Holländer Marcel Bullinga im Projekt "Teledemocracy" auch als "Referendaristen" bezeichnet, können Experten aus Bürgerkreisen sein, die möglichst eine journalistische Basisausbildung besitzen.

Möchte der Konferenzbesucher eine Frage stellen, kann er aus einer Liste der Podiumsteilnehmer wählen, wem er sie senden möchte. Kann oder will er sich nicht entscheiden, kann er seinen Beitrag auch an die Moderation schicken. Die Moderation verteilt die bei ihr eingetroffenen Beiträge in der Telearbeitsgruppe.

Jede Konferenz hat eine Standardsprache, eine Muttersprache. Werden weitere Sprachen gewünscht, können ein oder mehrere Dolmetscher eingesetzt werden. Es entstehen mehrsprachige Konferenz-Protokolle, wobei gekennzeichnet ist, in welcher Sprache die Originalnachricht gesendet wurde.


Struktur einer Konferenz mit Tele-o-Log

Im Konferenzverlauf können aber nicht nur Fragen gestellt, sondern auch Kommentare bzw. Zwischenrufe mit "emotionaler Wertangabe" gesendet werden, z.B. mit "Buhrufen", "Gelächter", "Zustimmung und Beifall", "abwägender Haltung". Die Funktion "Zwischenruf" kann ebenso von der Moderation genutzt werden, um Teilnehmer und Bürger zu animieren, motivieren, provozieren. Auch die Zwischenrufe bleiben im Protokollarchiv dokumentiert.


Archivinhalt von Tele-o-Log-Konferenzen

Alle Beiträge in der Konferenz laufen, bevor sie veröffentlicht werden, über die Moderation. Erst der Moderator oder die Moderatorin stellt sie ins Protokoll. Alle Nachrichtenbeiträge - Fragen und Antworten sowie Zwischenrufe und Redakteursbeiträge - sind in chronologischer Reihenfolge abrufbar. Die Sortierung erfolgt nach dem Veröffentlichungsdatum. In einer späteren Tele-o-Log-Version sind auch Hilfsfunktionen wie "Suchen nach Stichwörtern" oder "Anzeige nach Namen" geplant - sie sind erst bei sehr großen Protokollen notwendig.

Alle Konferenz-Beiträge werden intern mit Datums- und Zeitstempeln versehen, um den Teilnehmern bei zeitversetzten Debatten anzuzeigen, wann die Nachricht gesendet wurde bzw. von wem verarbeitet wurde. In Statusfenstern, die alle 30 bis 45 Sekunden aktualisiert werden, registrieren Besucherzähler, wenn ein Nutzer den Konferenzraum betritt. Das heißt, wenn er die Startseite einer Konferenz aufruft, wird der Zähler um eins erhöht. Zugriffe aus der Telearbeitsgruppe selbst werden zur Zeit nicht gezählt und gespeichert.

Außerdem haben alle Teilnehmer und Nutzer die Möglichkeit, an sogenannten TED-Umfragen teilzunehmen. Diese "Abstimmung per Mausklick" sind anonym, nicht repräsentativ und dient höchstens ersten Trendermittlungen. Solche "Voting"-Funktionen gehören in Webangeboten, vorwiegend in den U.S.A., zu beliebten Standardfunktionen.

Um den Einzelveranstaltungen etwas mehr Individualität zu geben, wurden die Farben der Konferenzräume variabel gestaltet. Neben einem Firmenlogo oder Wappen können Veranstalter eine Kombination aus drei Farben wählen.

Interner Nachrichtenverkehr
Während der ersten Testkonferenz kristallisierte sich ein organisatorisches Problem heraus: Die interne Koordination und die Abstimmung aller beiligten Teilnehmer erwies sich als schwierig. Der Einsatz von Mobiltelefonen und eines IRC-Channels waren ineffizient. Außerdem fehlte eine Dokumentationsmöglichkeit der internen Informationen. Deshalb wurde ein interner Kanal für Textnachrichten entwickelt, der anläßlich einer Konferenz zum Thema "Verschlüsselung" im September 1997 Premiere hatte. Neben einem beliebigen Nachrichtentext können die Teilnehmer auch eine Internet-Quelle (Netzressource) angeben, um sich gegenseitig zu informieren oder auf Fehler aufmerksam zu machen. Während der "Altbaukonferenz" im Herbst 1997 nutzten die Teilnehmer den Kanal zum Beispiel, um sich zu begrüßen oder zu verabschieden, über aktuelle Sportergebnisse zu informieren sowie einen schnellen "Online-Pressespiegel" von Veröffentlichungen über die Konferenz zu erstellen - mit Hyperlinks zu den Originalquellen wie "Focus" oder "taz".

Außerdem steht allen Teilnehmern eine Statusfunktion zur Verfügung, die verrät, wer aus der Telearbeitsgruppe live im System ist. Diese Statusfunktion hat eine immense Bedeutung, da der Nachrichtenumsatz und die Geschwindigkeit, mit der eintreffende Fragen beantwortet werden, von der Vollständigkeit des Teams abhängen. Zwar können Diskussionen und Debatten zeitversetzt laufen, doch haben sich die Live-Elemente als die attraktivsten Zeiten von Tele-o-Log-Konferenzen erwiesen.

Die Moderation
Mit Sonderfunktionen ist der Moderatorenarbeitsplatz ausgestattet: Die Moderation eröffnet die Kommunikation und schließt sie. Das heißt, sie sperrt damit die Möglichkeit, Fragen zu hinterlassen. Der Moderator kann auch einzelnen Podiumsteilnehmer die elektronischen Briefkästen sperren, falls diese die Konferenz verlassen haben und vergaßen, sich abzumelden - oder die Anzahl der Nachrichten den oder die Politiker überfordert. Beispiel: Im April 1997 registrierte das Bundespräsidialamt binnen weniger Tage mehr als 10.000 Zugriffe auf eine Rede von Roman Herzog. Bei einer Konferenz mit dem Bundespräsidenten muß daher davon ausgegangen werdem, daß viele Fragen unbeantwortet bleiben müßten, wenn sich beispielsweise hunderte Besucher zu Wort melden. Damit kein Frust bei Bürgern und Teilnehmern entsteht, kann der Moderator beim "Überlaufen des Briefkastens" diesen für weitere Fragen vorübergehend oder ganz sperren.

Für die Zukunft ist außerdem eine Art "Nachsendung" vorgesehen, so daß offene Fragen an Politiker automatisch per E-Mail einem Ministerium oder einer sonstigen Verwaltung zugestellt werden könnten. Dann wird allerdings die Struktur von Tele-o-Log verlassen, die Antworten müßten mit Mühe manuell in das Konferenz-Archiv eingetragen werden. An diesem Problem wird gearbeitet (siehe Machbarkeit).

Im Anschluß an die Konferenz "Bürgerrente" wurden alle offenen Fragen im Protokoll veröffentlicht, um dem Bürger zu zeigen, daß kein Beitrag zensiert wurde. Später wurde jedoch die technische Möglichkeit, die Moderation auf Nachrichten der Politiker zugreifen zu lassen, wieder aus dem System entfernt. Alle eintreffenden Nachrichten und Fragen werden ohne Umwege und Filter vom Bürger direkt an den jeweiligen Politiker und/oder Experten gesendet - auch anonyme Beleidigungen und "elektronischen Eierwürfe". Allerdings fehlt ein Kontrollmechanismus, der verhindert, daß Politiker unbequeme Fragen einfach unbeantwortet "liegenlassen".

Die Moderatoren-Schnittstelle ist etwas anders gestaltet als die "Arbeitsoberflächen" der anderen Teilnehmer: Die Moderation kann auf ihrem "Telearbeitsschirm" zwischen einem "Verteil"- und einem "Veröffentlichungsmodus" hin- und herschalten. Diese Trennung wurde notwendig, da bei mehreren hundert Nachrichten sonst schnell der Überblick verlorengeht. Fragen können von der Moderation auch zwischen den Teilnehmern weitergeleitet werden. Das heißt, hat Teilnehmer A eine Frage beantwortet und die Moderation schätzt es als günstig ein, wenn sich auch Teilnehmer B dazu äußert, kann sie Frage und Antwort von A vor der Veröffentlichung an B senden. Eine weitere Sonderfunktion wurde im Hinblick auf "politische Konferenz-Kanäle" mit mehreren, parallel stattfindenen Konferenz eingebaut: Die Moderation kann Nachrichten, die eigentlich zu einem anderen Konferenzthema gehören, auch an Moderatoren anderer Konferenzen weiterleiten, so daß eine Art "Online Community" entsteht.

Die Moderation kann den Diskussionsverlauf gezielt steuern - sie kann eigene Beiträge abgeben, Teilnehmer animieren oder auch Beiträge ablehnen. Für abgelehnte Beiträge (in diesem Fall handelt es sich entweder um Nonsens oder um Beleidigungen, die die Menschenwürde angreifen) ist ein "elektronischer Papierkorb" vorgesehen. Dieser Papierkorb soll künftig öffentlich sein: Die Konferenzbesucher können ihn einsehen und kontrollieren, daß keine Zensur stattfindet.


Podiumsgäste Politiker / Experten
Ebenso wie die Moderation, sind die Politiker oder Experten beziehungsweise deren Referenten, Assistenten und/oder Sekretärinnen mit einem "Hochleistungs-Interface" ausgestattet. Sie können alle eintreffenden Fragen "vom Stapel" chronologisch in der Reihenfolge ihres Eintreffens oder gezielt beantworten. Dazu steht Ihnen ein Antwortformular zur Verfügung, das online ausgefüllt wird. Sie können die Nachrichten auch an Referenten weiterleiten. Die Fragen können ebenfalls als Übersicht aufgerufen und bei Bedarf ausgedruckt werden.

Im Gegensatz zur Redaktion haben Podiumsgäste oder Referenten keine Möglichkeit, in den Antworten direkte Hyperlinks zu setzen. Damit soll vermieden werden, daß Politiker und Parteien zuviel auf Ressourcen und Reden verweisen können ("Ich hatte am ... bereits gesagt, daß ...") und damit durch eine "kommunikative Allmachtssituation" die Besucher "erdrücken".

Die Antworten der Podiumsgäste werden automatisch der Moderation zugestellt, die sie dann veröffentlichen kann. Eine kleine Schwachstelle bleibt die Reihenfolge der Beantwortung: Es kann vorkommen, daß Bürger Fragen hinterlassen und lange auf die Antworten warten müssen. Deshalb gibt es künftig die Möglichkeit, Fragen per E-Mail zu hinterlassen. Eine Kopie der Antwort wird dann auch auf diesem Weg zugestellt.

Redaktion / Rechercheure
Die neutrale Redaktion ist zum einen für das Bereitstellen von Informationen zum Thema verantwortlich, zum anderen beantwortrt sie unparteiisch Besucheranfragen. Die Redakteure oder Rechercheure haben beim Antworten die Möglichkeit, Hyperlinks ("Quellenangaben" im Internet) zu setzen. Sie können auch direkt auf die Internet-Suchmaschine "Fireball" zugreifen, ohne ihren "Arbeitsplatz" - das Tele-o-Log-Web-Interface - zu verlassen. Auf einem separaten Arbeitsschirm werden später die Ergebnisse von Suchanfragen angezeigt.

Die Antworten auf Bürgerfragen werden der Moderation zur Veröffentlichung zugestellt. Auch diese Ressourcen werden dauerhaft im Konferenzprotokoll festgehalten, was sich jedoch als Problem erwies: Die "Hyperlinks" veralten schnell, deshalb ist eine dauerhafte Speicherung in einem Archiv nicht sinnvoll. An diesem Punkt und einer eventuellen Trennung von den Meinungen der Podiumsteilnehmer und den übrigen Redaktions-Informationen wird gearbeitet.


Recherchebeitrag / Redaktion mit Tele-o-Log

Dolmetscher
Die Einführung eines Dolmetscher-Arbeitsplatzes in einem Teledemokratiesystem hielten wir besonders im Internet für notwendig. Die Standardsprache im "Netz der Netze" ist englisch, lediglich auf lokale Märkte ausgerichtete Informationsangebote werden in der jeweiligen Heimatsprache publiziert. Die meisten - auch deutschen - Angebote sind mehrsprachig, mindestens deutsch und englisch. Das Tele-o-Log-system sollte von vornherein auch für mehrsprachige Konferenzen offen sein. Zur Realisierung können Dolmetscher den Teilnehmerkreis ergänzen, die sowohl eingehende Fragen als auch ausgehende Antworten übersetzen. Versteht ein Teilnehmer die Originalsprache nicht (Beispiel slowenisch), kann er den Übersetzungsservice in Anspruch nehmen. In den späteren Konferenzprotokollen wird bei jeder Nachricht die Originalsprache als Kürzel angegeben. Bisher gibt es allerdings nur Erfahrungen bei der Darstellung mit dem westlichen Schriftsatz.

Zusätzlich zu den genannten Teilnehmermodulen existieren zur Zeit noch arbeits- und kostenintensive Aufgaben wie das Erstellen des Archivs (bisher noch manuell), die Administration (Administratoren richten zur Zeit Informationen und Konferenzen noch manuell ein), Grafik (Nachbearbeiten und Einspeisen der Teilnehmer-Fotos und Verantalter-Logos). Diese drei Arbeitsabläufe (Archivierung, Administration und Grafik) sollen mittels Datenbank und Online-Formularen sowie speziellen E-Mailadressen, hinter denen sich Roboter/Agenten verbergen, vereinfacht werden.

Teledemokratieforum "Netzforum.de"

Tele-o-Log war im März 1997 zunächst ein reines Nachrichtenvermittlungsinstrument - ausgerichtet auf nur eine Konferenz zur selben Zeit. Später entstand jedoch der Wunsch nach mehreren Parallelkonferenzen, nach grundlegenden Informationen über das System selbst und vor allem nach einer Art Programm- und Themenvorschau. Daraus wurde dann im Sommer/Herbst 1997 ein Komplettangebot unter dem Namen "Netzforum.de"9 entwickelt. Die Internet-Domain10 "Netzforum.de" ist ein Geschenk des systemverantwortlichen Administrators (Webmaster) der ARD-Tagesschau, Bernd Wendorf aus Hamburg, an das Entwicklerteam von Tele-o-Log. Unter der Adresse Netzforum.de ist das "Online-Experimental- und Entwicklungslabor" von Tele-o-Log öffentlich verfügbar. Es wurde als Testangebot konzipiert, mit schlichtem Design und wenigen Grafiken für schnellen Seitenaufbau. Erst für kommerzielle Angebote und Veranstaltungen wurde ein professionelles und individuelles Design (Corporate Identity) entwickelt, das sich vom Testangebot abhebt. Lediglich das Grund-Design der "Konferenzräume" bleibt unverändert.

Netzforum.de ist ein Beispiel für einen Konferenzkanal. Die beiden Kernstücke bilden die Themen- und Programmübersicht sowie das Archiv mit den Protokollen beendeter Konferenzen.


Home Page Netzforum.de

In der Themenübersicht werden Konferenzen angekündigt - mit den Stichworten Thema, Art der Konferenz (Debatte, Diskussion, Fragestunde/Public Hearings etc.), Veranstalter, Termin und Dauer, Sprache, Gästen und Moderation sowie dem Status (geöffnet oder noch geschlossen). Von dieser Programmseite, die einen eigenständigen rechtlichen Verantwortlichen (V.i.S.d.P.) hat, können Bürger geöffnete Konferenzräume betreten und auch direkt zur Online-Debatte oder -Diskussion gelangen.

Im Archiv wird zunächst eine Übersicht aller bisher gelaufenen Konferenzen angezeigt. Über die Übersicht können die einzelnen "Archivordner" aufgerufen werden. Diese Ordner enthalten - je nach Umfang der beendeten Konferenz - folgende ein- oder mehrsprachige Informationen:

  • das Konferenzprotokoll als eine einzige Seite (Format: HTML),

  • Statements der Podiumsteilnehmer (Politiker),
  • Informationen und Ressourcen der Redaktion,
  • Fotos und Lebensläufe aller Teilnehmer,
  • Fotos der realen Konferenz, des realen Events, Bilder der WebCam - wenn vorhanden,
  • Ergebnisse der TED-Umfrage,
  • Besucherzähler, Statistiken.

Um schnell und ohne Bedienungsanleitung durch Netzforum.de zu navigieren, wurde als Dreh- und Angelpunkt ein "Online-Wegweiser" installiert, der alle wesentlichen Funktionen auf einen Blick darstellt, kurz erläutert und zu dem von allen Seiten von Netzforum.de zurückgesprungen werden kann.

Außerdem wurde zu Präsentationszwecken eine "Online Slide Show" mit etwa 15 Einzelfolien eingebaut. Wird die Home Page zum Beispiel während einer Messe aufgerufen, startet nach 120 Sekunden Inaktivität automatisch die Präsentation.

Ein weiteres Modul wurde zur Veröffentlichung von News und Hintergrundinformationen geschaffen und in Netzforum.de gestestet. Es handelt sich dabei erstmals um eine Datenbank, die auch von mehreren, verteilten Veranstaltern gepflegt werden kann. So speiste die Pressestelle der Deutschen Bank Leipzig als Co-Veranstalterin einer "Altbaukonferenz" Pressemitteilungen mit Hilfe eines Online-Formulares ein, ohne daß die Mitarbeiterinnen technisches Internet-Wissen besitzen. Immer dann, wenn ein Benutzer diese Meldungen aus einer Liste abruft, werden die Dokumente dynamisch erzeugt ("Dynamic HTML").

Geplant ist noch ein unmoderierter "offener Bürgerkanal" für den internen Small Talk der Besucher, aber auch für deren technische und inhaltliche Anregungen.

Der sogenannte "Domain Management Service" für Netzforum.de, ein Dienst, der dafür sorgt, daß Besucher, die "Netzforum.de" online aufrufen auch zum physischen Angebot geleitet werden, wird vom Leipziger Internet Provider transnet betreut.


Online-Adressen und -Räume für Konferenzen

Anläßlich der ersten Online-Konferenz mit Kurt Biedenkopf wurde eine neue Internet-Adresse eingerichtet, unter der das System Tele-o-Log erreichbar war: http://mp.sachsen.de (MP = Ministerpräsident). Nach der Installation des Kanals "Netzforum.de" entstand die Überlegung, feste Räume mit festen Kommunikationsmodellen wie "Parlaments-Debatten" oder "Talkshows" einzubauen und diesen feste Namen zu geben, wie es in Hotels praktiziert wird. Die virtuellen Räume wurden im Gedenken an die friedliche Revolution 1989 zunächst "Neues Forum", "Nikolaikirche", "Runder Tisch" und "Montagstreffen" genannt - auch in der Hoffnung, diese könnten sich auch als Markennamen etablieren. Doch die Überlegungen gingen nicht auf, diese Namen beschnitten die Zielgruppe, waren lediglich in Ostdeutschland zu vermitteln. Außerdem erschien die Benennung von der Systemwartung und Administration als zu aufwendig (z.B. Übersetzungen).

Bisherige Konferenzen und deren WWW-Adressen:

WWW-Adresse

Konferenz

mp.sachsen.de

"Bürgerrente", Ministerpräsident Sachsen

netzforum.de

"Recht auf Verschlüsselung", AG Netzforum

altbausanierung.de

"Altbausanierung und -modernisierung",Sponsoren-Pool

netzforum.de/sachsen

"Telematik-Zukunft Ost und der Sachsen-Faktor", Sächsiche Entwicklungsgesellschaft für Telematik und Medienbüro Leipzig



Da die Konferenzen durch Veranstalter finanziert sind, zum Teil aus Budgets für Image-PR, müssen diese sich mit den Namen der Konferenzräume identizieren und sie kommunizieren können. Es sind Adressen denkbar wie:

  • debatte.landtag-sachsen.de

  • forum.spd.de
  • netzforum.de/cdu-leipzig
  • offenes-ohr.deuba.com
  • politik.bertelsmann.org

Ein anderes Beispiel: Während der Wahl zum Leipziger Oberbürgermeister ließ sich der SPD-Kandidat Tiefensee eine Domain mit Namen "tiefensee.de" einrichten, der CDU-Kandidat Kaminski "kaminski.de".

Einbettung in vorhandene Internet-Angebote

Wer Tele-o-Log als Veranstalter nutzen möchte, braucht weder neue Hard- noch Software. Das System kann für einzelne Veranstaltungen oder im Dauerbetrieb im Rahmen eines "Facility Managements" gemietet werden ("Rent-a-Parliament"). Tele-o-Log kann in jedes beliebige Internet-Angebot unter einem eigenen Namen installiert werden. So kann auf eine Home Page einer Partei, Organisation oder eines Unternehmens beispielsweise die Funktion "Diskussion" oder "Forum" eingefügt werden. Steuert ein Besucher diesen Verweis an, wird er in einen gemieteten Online-Konferenzraum im Tele-o-Log-Server geschaltet, ohne daß er bemerkt, daß er auf eine andere Maschine "gewandert" ist. Ein Beispiel: Tele-o-Log ist ein fester Bestandteil von "SachsenOnline", dem Angebot des Freistaates Sachsen im Internet. Wählt ein Bürger diese Funktion auf dem Server des Freistaates Sachsen in Dresden an, wird zum Angebot von Netzforum.de verzweigt.

Der physische Server für den jeweiligen Klienten kann dabei an jedem beliebigen Ort der Welt stehen, am besten an den Orten mit der kostengünstigsten Internet-Anbindung.


Einbindung von Tele-o-Log in vorhandene Internet-Angebote am Beispiel SachsenOnline

IST-Stand - Bisherige Konferenzen

Bürgerfragestunde mit Ministerpräsidenten Biedenkopf, Thema "Bürgerrente"

Im Zuge der Rentendiskussion wollte Sachsens Ministerpräsident Professor Kurt Biedenkopf seinen umstrittenen Entwurf "Von der Arbeitnehmer- zur Bürgerrente" zur Diskussion stellen. Bereits 1995 hatte Biedenkopf an einer Online-Konferenz bei CompuServe teilgenommen. Die neue Online-Debatte jedoch sollte ein Experiment in einem öffentlichen Online-Bürgerhaus auf neutralem Boden werden, anonym und von jedermann nutzbar. Der erste Prototyp des Tele-o-Log-Systems entstand, sollte sich zu einer Art Parlaments- und Politikkanal im Internet weiterentwickeln. Bereits einen Tag vor der Konferenz wurde der Konferenzraum eröffnet, damit sich die Bürger über das Biedenkopf-Modell informieren konnten. Eine Redaktion bestehend aus einem Redakteur des Referates Bürgerinformationen der Sächsischen Staatskanzlei und einem Journalisten, sorgten für Hintergrundinformationen. Die eigentliche Konferenz mit Biedenkopf entwickelte sich zu einem dreistündigen Event im Dresdner Technologiezentrum. Journalisten konnten dem Verlauf verfolgen, Moderator und Politiker saßen in einem Raum. Biedenkopf beantwortete in dreieinhalb Stunden mehr als 30 Beiträge. An den zwei Tagen wurde das Online-Angebot mehr als 850 Mal aufgerufen. Im Anschluß an die Konferenz wurde "Tele-o-Log" als fester Bestandteil in das WWW-Angebotes des Freistaates Sachsen übernommmen (http://www.sachsen.de). Während der Biedenkopf-Konferenz entstand auch die Idee, den Politikern künftig die Möglichkeit zu geben, Fachreferenten einzubeziehen. Diese Refernten helfen, den Diskussionsverlauf zu beschleunigen und die Qualität der Antworten zu erhöhen.


Prototyp von Tele-o-Log

Diskussion über das "Recht auf Verschlüsselung"

" ... Ich beteilige mich aufgrund der Anregung ... als blinder Netzteilnehmer. Danke!"
Matthias Hänel, (44), Norderstedt

Im September 1997 fand die zweite Online-Diskussion im Tele-o-Log-System anläßlich der Leipziger Messe für Computer & Telekommunikation, BiK, statt. Aus dem ursprünglichen Dresdner Prototypen war eine neue Software mit neuen WWW-Dokumenten und neuer Oberfläche entstanden, weitere Dienste waren hinzugekommen. Die Konferenz zum Thema "Recht auf Verschlüsselung" wurde durch die Diskussionen ausgelöst (speziell Bundesinnenminister Kanther), Verschlüsselung staatlich zu reglementieren. Die Podiumsgäste, der "Online-Pionier" und Pressechef der Sächsischen Staatskanzlei Otfrid Weiss und der Multimediakünstler und Bürgerrechtler Nicolas Reichelt, stellten ihre Meinungen zur Debatte und beantworteten rund 100 Fragen interessierter Besucher. Rund 400 Online-Besucher kamen zu dieser fünftägigen Konferenz.

Erstmals entstand eine sogenannte "Textvariante" von Tele-o-Log. Hintergrund: Viele alte WWW-Browser bauen auf reinen Textangeboten auf. Etliche Nutzer verzichten auch aus Geschwindigkeits- und Kostengründen auf grafisch aufwendig gestaltete Angebote und ziehen nackte Informationen vor. Außerdem werden viele Internet-Angebote mit grafischen Steuerelementen versehen und können somit nicht von Sehbehinderten verstanden werden. Tele-o-Log liegt seit dieser Konferenz als Prototyp für Blinde vor. Auch der interne Nachrichtenkanal kam zum ersten Mal zum Einsatz - die Moderation der Konferenz fand teilweise auf der Leipziger Messe BiK, teilweise im Medienbüro Leipzig statt, die Podiumsgäste schalteten sich von Leipzig und Dresden aus dazu.

Debatte und Fragestunde zum Thema "Altbausanierung"

Die größte bisherige Tele-o-Log-Konferenz fand vom 22. bis 27. Oktober 1997 zum Thema "Altbausanierung und -modernisierung" statt. Knapp 1900 Online-Besucher nutzten die sechstägige Tagung mit Geld- und Rechtsexperten sowie Politikern. Der Anstoß zu dieser Konferenz kam von der sächsischen Software-Schmiede von Woedtke Projektmanagement GmbH, die auch einen Online-Redakteur stellte. Aufgrund der sich ändernden Wirtschaftsstukturen auf dem Bausektor in Ostdeutschland versammelte von Woedtke mehrere Baufirmen, -träger und -finanzierer an einen Tisch. Einige davon beteiligten sich im Juli 1997 an einem Sponsoren-Pool für die Konferenz. Die Finanziers wurden sorgfältig ausgewählt, so daß alle Partner zueinander paßten. Die Altbau-Tagung wurde unter separater Adresse durchgeführt, um den kommerziellen Sektor deutlich vom Entwicklungsbereich zu trennen und einen Online-Markennamen "Altbausanierung" zu etablieren. Außerdem wurden erstmals drei verschiedene "Online-Räume" eingerichtet, in denen parallel Konferenzen zu den Bereichen "Politik & Recht", "Geld & Vermögen" sowie "Bauplanung und Praxis" stattfanden. Damit waren die Themen klarer voneinander abgegrenzt, Endlos-Protokolle, in denen sich unterschiedlichste Felder vermischen, wurden vermieden. Neu war auch die bereits erwähnte Datenbankentwicklung für Online-Presseinformationen.

Die Konferenz Altbausanierung hat sich nach Ansicht der Sponsoren als Image- und PR-Erfolg erwiesen. Das Medienbüro Leipzig konnte Bundesbauminister Klaus Töpfer sowie den sächsischen Staatssekretär Albrecht Buttolo in Eigenregie für die Veranstaltung gewinnen und damit die Konferenz zum bundesweiten Event ausgestalten. Die Politiker wurden anläßlich der Leipziger Baufachmesse zur Internet-Konferenz live und per WebKamera zugeschaltet. Digitale Fotos sind im Internet gespeichert und können lizenzfrei abgerufen werden. Der Anschluß der WebKamera erfolgte auf Anregung von Bürgern, die den Politiker bei der "Arbeit" über die Schulter sehen und sich deren leibhaftigen Teilnahme vergewissern wollten.

Die Konferenz verlief auch bei zeitweiliger Beteiligung von rund 300 Simultannutzern störungsfrei und ohne technische Mängel, ebenso die Übertragung von Standbildern. Das Symposium schloß mit 1847 PageViews (heute auch Page Impressions) und 9309 Visits ab. Dabei wurden rund 106.000 Hits erzielt11.

Die Anzahl der tatsächlichen Nutzer sowie die Verweildauer festzustellen, ist - wie bei allen Medien - nicht möglich, beziehungsweise wird zur Zeit noch bundesweit erforscht. Aufgrund der Anonymität im Internet, des Bundesdatenschutzgesetzes und der Mehrfachnutzung von Internet-Adressen - wie bei den großen Online-Diensten T-Online, CompuServe, AOL - ist eine personenorientierte Auswertung derzeit nicht durchführbar.

Trotzdem lassen sich Zusatzinformationen gewinnen. So kamen die Besucher der Altbau-Konferenz aus firmeninternen Netzwerken wie BMW AG, Siemens, Deutsche Bank, Dresdner Bank, Allianz, KFA Jülich, Xerox, Digital Equipement, Hoechst, Sächsische Zeitung und der Freien Presse Chemnitz. Die Zugriffe erfolgten aus mehreren Ländern, darunter Deutschland, Frankreich, Schweiz, Türkei, Taiwan, U.S.A., Kanada, Polen, Slowenien, Litauen, Luxemburg, Holland, Großbritannien, Spanien und Schweden.

Die Besucherzahl von fast 2000 ist beachtlich, da für die sechstägige Konferenz nicht in den klassischen Medien geworben wurde. Lediglich über "Mundpropaganda", eine Anzeige in einem Online-Newsletter sowie durch Mitteilungen der Sponsoren Deutsche Bank, Treubau-Gruppe und Ingenieurbüro Kessler wurde auf die öffentliche und kostenfreie Internet-Konferenz aufmerksam gemacht.

Vorteile von Online-Tagungen für die Wirtschaft anhand der Altbau-Konferenz

  • Mehr als 1800 Besucherinnen und Besucher sahen die Sponsorennamen und -logos. Damit verbunden: Botschaften wie "Innovation";

  • Den Besuchern wurde eine Polit- und Wirtschaftskonferenz zu einem hochkarätigen Thema mit handverlesenen Fachexperten kostenfrei geboten. Eintrittsgelder bei vergleichbaren Fachkongressen dagegen sind meist teuer;
  • Vertrieb und Marketing der beteiligten Sponsoren konnten die Internet-Konferenz erfolgreich nutzen, um vorhandene Kunden sowie Neukunden gezielt anzusprechen, ohne dabei ein negatives "Kaufzwanggefühl" bei den Rezipienten zu wecken;
  • Das Thema "Altbausanierung" wurde mit einem innovativen Image versehen;
  • Rund ein Fünftel aller Besucher kamen aus dem Intranet eines Sponsoren. Die so erzielten inneren PR-Erfolge wie Mitarbeitermotivation und Animation, neue Dienste und Medien zu nutzen, stehen in keinem Vergleich zu sonstigen Inner-PR-Maßnahmen für neue Technologien (zum Beispiel Mitarbeiterzeitungen), die mindestens das Zehnfache der Kosten verursacht hätten;
  • Die beteiligten Fachexperten der Sponsoren konnten neue Informationen zur Internet-Nutzung gewinnen;
  • Nebeneffekt: Alle Sponsoren und deren Fachexperten verfügen nun über digital gescannte Fotos und Vitae für die eigenen Internet-Angebote im World Wide Web.

Debatte "Telematikzukunft Ost und der Sachsen-Faktor"

Im November 1997 präsentierten sich sächsische Multimedia-Projekte in der Bonner Landesvertretung des Freistaates. Mit einem Internet-Trabi startete das Tele-o-Log-System gemeinsam mit weiteren Multimedia-Projekten aus Sachsen nach Bonn. Dort wurde live vor rund 200 anwesenden Journalisten, Abgeordneten und Lobbyisten die Online-Konferenz "Telematik-Zukunft Ost und der Sachsen-Faktor" mit Professor Howard Frederick und Dr. Herbert Grunau, beide von der Sächsischen Entwicklungsgesellschaft für Telematik (SET), präsentiert. Auch die Web-Kamera kam wieder zum Einsatz. Knapp 400 Online-Abrufe wurden im Verlauf von drei Tagen registriert.


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Webautor: Alexis Hochschild, webmaster@set.saxony.de
Letzte Seitenaktualisierung: 5. November 1998, webmaster@netzforum.de